Was ist der VETO und was tut er?
Der VETO (Verband Tierschutz-Organisationen Schweiz) wurde im Juni 1985 von damals 6 Tierschutzorganisationen reaktiviert und umbenannt. Derselbe im Jahre 1956 gegründete und seit 1978 inaktive Dachverband bestand bereits vorher unter dem Namen „Schweizerische Vereinigung gegen leid- und qualvolle Tierversuche“. Unmittelbarer Anlass für die Reaktivierung und Umbennung war der Kampf um die Initiative „Gegen Vivisektion und grausame Tierversuche“ von Franz Weber.
Der VETO setzt sich seit jeher für Tierschutz auf der Ebene der Gesetzgebung ein. Unter der Leitung des Tierschutz Bund, der auf eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Tierversuchsproblematik zurückblicken darf, setzte er sich vehement für die drei nachfolgend aufgeführten Initiativen gegen Tierversuche ein:
- 1985 Initiative "Gegen Vivisektion und grausame Tierversuche" von Franz Weber
- 1992 Initiative "Weg vom Tierversuch" vom Schweizer Tierschutz STS
- 1993 Initiative "Abschaffung der Tierversuche" der "Int. Liga der Ärzte für die Abschaffung der Tierversuche" ILÄAT
- 1998 Genschutz-Initiative
Bereits 1986 setzte sich der VETO für eine umfassende Revision der Tierschutzverordnung - insbesondere im Bereich der Nutztiere - ein und erarbeitete unter der Federführung der damaligen Mitgliederorganisation kagfreiland einen detaillierten Revisionsvorschlag. 1992 wurden diese Vorschläge zusammen mit dem STS überarbeitet und gemeinsam eingereicht. Unterstützt wurden die Vorschläge durch eine Petition mit 140'000 Unterschriften "Schluss mit legalen Tierquälereien".
Darüber hinaus hat sich der VETO auch stets aktiv in die Gesetzgebung der Landwirtschaft eingeschaltet. Dies vor allem durch:
- die Beteiligung bei einschlägigen Vernehmlassungen (Agrarpolitik 2002) zu Gesetzen und Verordnungen (Lebensmittelgesetz, Fleischhygiene, etc.)
- die Mitgliedschaft bei der BUK "Bauern- und Konsumenten-Initiative" und deren Nachfolgeorganisation "Mehr Natur vom Puur"
- die aktive Beteiligung an den erfolgreichen Abstimmungskampagnen für eine neue Agrarpolitik
- die erfolgreiche Organisation mehrerer stark beachteten Pressekonferenzen in diesem Bereich
- Unterstützung von Forschungsprojekten zugunsten der Nutztiere
- Erarbeitung eines Lehrmittels über Zoo- und Zirkustiere für die Mittelstufe
- Unterstützung von zwei Untersuchungen über die Validität von Labels im Bereich der tierischen Produktion
Seit der Gründung des VETO hat sich sein Spektrum stark erweitert. Dies insbesondere durch die, auf die verschiedensten Themen und Problematiken (Nutztierhaltung, Tierversuche, Tiertransporte, Schlachten, Schächtproblem, Tierschutz praktischer Natur, Meeressäuger, Fischerei, Zoo- und Zirkustiere, u.v.m.) spezialisierten, Mitgliedervereine.
Der VETO engagiert sich in der Umweltbildung und setzt sich mittels Petitionen, Initiativen und Medienarbeit (Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Leserbriefe etc.) sowie auf der Öffentlichkeitsebene für zahlreiche Belange des Tierschutzes im nationalen und internationalen Rahmen ein. Der VETO führt aber auch Verhandlungen für griffigere Tierschutzgesetze und gibt wissenschaftliche und rechtliche Gutachten sowie Strafanzeigen in Auftrag. Der VETO arbeitet in wichtigen Fachgremien mit und ist Mitglied der Parlamentarischen Gruppe für Tierschutz.
1995 gründete der VETO den VETO-Protest- und Petitionspool für koordinierte Aktionen. Der Pool enthält rund 2000 oder mehr spezifische Adressen (Regierungen, Bundesämter, Ministerien, Verbände, Medien, Tierschutzorganisationen, u.v.m.), welche laufend ergänzt werden. Der Pool steht als Dienstleistung allen Tierschutz-Interessierten im In- und Ausland offen.
Was bringt eine Mitgliedschaft beim VETO den Tieren und den Mitgliedervereinen?
Jeder Tierschutzverein kämpft für das Recht der Tiere - ein dringend notwendiger Einsatz, da die Tiere nicht selber für das bescheidene Recht, das Ihnen zugestanden wird, kämpfen können. Wir haben zwar ein Tierschutzgesetz, aber dieses kann straflos umgangen werden, solange niemand auf Missstände hinweist und im Rahmen der leider beschränkten juristischen Möglichkeiten, rechtliche Schritte unternimmt.
Ein Verein ist in seiner Tätigkeit an die Region seines Sitzes gebunden. Er hat meistens den Charakter eines Lokalvereins. Will ein Tierschutzverein aber ausserhalb seines Kantons eine Klage führen, Einsprache erheben, bei eidgenössischen Ämtern oder Gremien sich für die Sache der Tiere einsetzen, so ist es wesentlich wirkungsvoller, sich über den schweizerischen Verband Gehör zu verschaffen. Denn die Meinung, dass sich "Ausserkantönler" nicht einzumischen haben, ist immer noch weit verbreitet. Die Situation ändert sich aber, wenn ein schweizerischer Verband als übergeordnete Organisation einschreitet.
Der VETO ist zurzeit Sprachrohr von rund 100''000 Mitgliedern und Unterstützern und verlängerter Arm eines jeden lokalen Vereins. Das Gewicht einer solchen Vereinigung ist verständlicherweise grösser als das eines lokalen Vereins von 100 bis 5'000 Mitgliedern. Viele Tierschutzprobleme sind über die ganze Schweiz verteilt. Man denke dabei nur an die Versuchstiere und an die Nutztiere. Mit dem Verband kann gesamtschweizerisch gehandelt werden, statt nur regional.







